Scrum ist ein agiles Projektmanagement-Framework, das um die Jahrtausendwende von Ken Schwaber und Jeff Sutherland vor dem Hintergrund der Software-Krise erdacht und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt worden ist.

Scrum ist ein leichtgewichtiges Framework und grenzt sich damit von umfangreichen Projektmanagement-Regelwerken ab. Der Scrum Guide, die offizielle Definition von Scrum, umfasst gerade einmal 17 Seiten. Scrum nutzt ein iterativ-inkrementelles Vorgehen, um am Ende einer jeden Iteration (Sprint genannt) ein fertiges Teilprodukt ausliefern zu können. Diese Sprints sind alle gleich lang und schliessen nahtlos aneinander an. Dadurch entsteht ein Takt, in den das Projektteam einschwingt und der einem Scrum-Projekt eine verlässliche Struktur gibt.

Scrum kennt drei Rollen für direkt am Prozess Beteiligte: Product Owner (stellt fachliche Anforderungen und priorisiert sie), ScrumMaster (sichert den Prozess und beseitigt Hindernisse) und Entwicklungs-Team (erstellt das Produkt). Daneben gibt es als Beobachter, Ratgeber und Auftraggeber noch die Stakeholder.

Die Anforderungen (Requirements) werden in einer Liste (Product Backlog) gepflegt, erweitert und priorisiert. Das Product Backlog ist ständig im Fluss. Um ein sinnvolles Arbeiten zu ermöglichen, wird vom Team in Kooperation mit dem Product Owner ein definiertes Arbeitspaket dem höher priorisierten Ende des Product Backlogs entnommen und komplett in Funktionalität umgesetzt (inklusive Test und notwendiger Dokumentation). Dieses Arbeitspaket, das Increment, wird während der laufenden Iteration, des sogenannten Sprints, nicht durch Zusatzanforderungen modifiziert, um seine Fertigstellung nicht zu gefährden. Alle anderen Teile des Product Backlogs können vom Product Owner in Vorbereitung für den nachfolgenden Sprint verändert bzw. neu priorisiert werden.

Während des Sprints arbeitet das Team konzentriert und ohne Störungen von aussen daran, die Tasks aus dem Sprint Backlog in ein Increment of Potentially Shippable Functionality, also einen vollständig fertigen und potentiell produktiv einsetzbaren Anwendungsteil, umzusetzen. Das Team gleicht sich in einem täglichen, streng auf 15 Minuten begrenzten Informations-Meeting, dem Daily Standup, ab, damit jeder weiss, woran der andere zuletzt gearbeitet hat, was er als nächstes vor hat und welche Probleme es eventuell. gibt.

Am Ende des Sprints präsentiert das Team dem Product Owner, den Stakeholder und anderen interessierten Teilnehmern in einem sogenannten Sprint Review Meeting live am System die implementierte Funktionalität. Halb-fertiges oder gar Powerpoint-Folien sind während des Reviews verboten. Das Feedback der Zuseher und die neuen Anforderungen des Product Owners für den kommenden Sprint fliessen dann wieder in das nächste Sprint Planning Meeting ein, und der Prozess beginnt von neuem.

Der ScrumMaster sorgt während des gesamten Prozesses dafür, dass Regeln eingehalten werden und der Status aller Tasks im Sprint Backlog von den jeweils zuständigen Team-Mitgliedern täglich aktualisiert wird. Er macht den Projektfortschritt transparent durch einen geeigneten Reporting- Mechanismus: Die Veröffentlichung sogenannte Burndown Charts, welche den Fortschritt für den aktuellen Sprint, beziehungsweise für das gesamte Projekt jeweils in Form einer Kurve visualisieren. Eingezeichnete Trendlinien erlauben es, mögliche Probleme und Verzögerungen einfach und rechtzeitig zu erkennen.

Im Kern basiert Scrum also auf einer inkrementellen Vorgehensweise, der Organisation von Entwicklungsabschnitten und Meetings in vordefinierten Zeitabschnitten (Time-Boxen) und der Erkenntnis, dass ein funktionierendes Produkt wichtiger ist als eine dreihundertseitige Spezifikation oder Beschreibung.

Links zu diesem Thema:
http://www.scrumguides.org/docs/scrumguide/v1/Scrum-Guide-DE.pdf
https://www.dasscrumteam.com/?language=de
https://www.dasscrumteam.com/download/Scrum_Guide_Poster_1.1.pdf
https://www.scrumalliance.org