Design Thinking ist ein Ansatz zur kreativen und aktiven Lösung von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen. Ziel ist dabei, Lösungen zu finden, die aus Sicht des Anwenders funktionieren, überzeugen und einen Mehrwert liefern. Im Gegensatz zu anderen Innovationsmethoden ist Design Thinking ein ganzheitlicher Ansatz, der auf drei gleichwertigen Grundprinzipien (multidisziplinäres) Team, (multifunktionaler) Raum und (multifokaler) Prozess besteht.

Design Thinking basiert auf der Annahme, dass Probleme besser gelöst werden können, wenn Menschen unterschiedlicher Disziplinen in einem die Kreativität fördernden Umfeld zusammenarbeiten. Die Fragestellung wird gemeinsam entwickelt, die Bedürfnisse und Motivationen von Menschen berücksichtigt und daraus werden Konzepte entwickeln und getestet. Der ganze Ablauf wiederholt sich dabei mehrmals und die Lösung wird stetig verfeinert. Das Verfahren geht auf die Arbeit von Industriedesigner zurück, welche quasi durch das Design den Denkprozess anregen. Heute geht nur noch der Begriff „Design Thinking“ auf diesen Ursprung zurück und der Ansatz wird in allen möglichen Bereichen eingesetzt und zur Anwendung muss man weder Designer sein, noch eine künstlerische Begabung mitbringen. Freude an der Arbeit mit den Händen, statt nur mit dem Kopf, und der Drang nach neuen Lösungen reicht vollständig.

Entstanden ist der Ansatz in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts in Palo Alto an der Stanford Universität. 1991 wird dann IDEO gegründet und diese Design-Agentur verkörpert bis heute wie keine andere Organisation das Design Thinking. Ab 2005 wird der Ansatz an der Stanford School of Design, kurz d.school gelehrt und auch in Deutschland gibt es seit 2007 eine entsprechende Ausbildung. 

Der Ablauf besteht typischerweise aus 6 Schritten:

  1. Verstehen – Um was geht es wirklich? Wen betrifft das Problem?
  2. Beobachten – Wie sieht, erlebt es der Benutzer?
  3. Sichtweise definieren – Gesammelte Informationen verdichten und Zusammenhänge herstellen
  4. Ideen finden – Möglichst viele Ideen unter Verwendung verschiedener Methoden generieren
  5. Protoypen entwickeln – So real wie möglich, so einfach wie möglich
  6. Testen – Den Protoypen mit den potentiellen Benutzern ausprobieren

Teilweise werden die ersten beiden Schritte unter dem Begriff “Empathisch sein” zusammengefasst. Die sechs Schritte werden nicht nur oft wiederholt, es kann auch zwischen ihnen gesprungen werden, wenn sich neue Erkenntnisse ergeben. Das Vorgehen ist dadurch dynamisch und passt sich den Erkenntnissen und Fortschritten an.